Hochsensible Kinder und Jugendliche kommen zu Wort:

 

Hier berichten hochsensible Kinder und Jugendliche über Ihre Erfahrungen als Hochsensible.

 

Möget ihr von ihren Erfahrungen, Weisheiten und ihrem Mut profitieren.

Das Wunder am Bach……

 

Es war einmal ein Mann, der hieß Karl Krause. Er war ins Dorf gezogen, als er schon alt war. Vorher hatte er in der Stadt gewohnt und Autos repariert.

Als er ins Dorf kam, merkte er, dass viele Männer hier Karl hießen. Man konnte sich auf die Dorfstraße stellen und laut „Karl“ rufen. Dann guckte aus jedem dritten Haus einer raus.

Die Leute redeten wenig mit Karl Krause. Er war ein Fremder und sie waren fast alle untereinander verwandt. Nur den Nachbarn Gustav kannte er gut. Gustav war Sonntagsangler und erzählte immer vom Angeln. Karl Krause saß auch stundenlang am Bach, aber er hatte nicht einmal eine Angel in der Hand. Er hörte auf das Plätschern, Glucksen und Flüstern des Baches und der Bach hatte tatsächlich viel zu erzählen. Manchmal glitzerte er in der Sonne. Manchmal war er so ruhig, dass man die Spiegelbilder der Wolken in ihm sehen konnte. Und manchmal kamen die Spatzen und machte ein Badefest im flachen Uferwasser. Dann war der Bach wie lebendig und machte kleine kruselige Wellen, als müsste er kichern. Aber manchmal war der Himmel grau, der Bach machte ein trübes Gesicht und Karl Krause war auch traurig. Wenn ihn dann der Nachbar Gustav fragt: „Na, wie war’s heute wieder?“, wusste er nicht was er sagen sollte. Oder sollte er einfach etwas erfinden? Einen fingerlangen, feuerroten Fisch vielleicht oder eine blaublitzenden Bachvogel? Aber wer würde das schon glauben! Manchmal war einfach nichts los am Bach.

Doch eines Tages sah er hinten über dem Bach ein bläuliches Blitzen. Es war etwas Geheimnisvolles. Etwas, was er vorher noch nie gesehen hatte. Am nächsten Tag ging Karl Krause wieder an den Bach.

Er lief ein Stück bachaufwärts, setzte sich hinter einer Biegung ans Bachufer und wartete. Diesmal sah er es deutlicher: es war ein bläuliches Blitzen mit rotem Schimmern dazwischen und es flatterte über dem Bach und bewegte sich trotzdem nicht von der Stelle.                                                                 (Bis hier war der Text vorgegeben)

 

Karl Krause näherte sich langsam. Ein mulmiges Gefühl macht sich in seinem Magen breit.

 „Was das wohl ist?“ fragte sich der ahnungslose Mann.

 „Wohl ein Alien oder war es doch nur ein Traum?“

 Er näherte sich noch ein kleines Stück, dann nahm er all seinen Mut zusammen und fragte: “Hallo?“

Da ertönte ein komisches Geräusch: „Zuuupidupzuujuhu“

Das Ding raste durch die Luft, haarscharf an Karl Krauses Gesicht vorbei, drehte seine Kreise und ein paar Loopings, hinter sich ließ er eine funkelnde Sternenspur aufflackern.

 „Unglaublich!“ staunte er.

Denn er fühlte sich so fröhlich und glücklich. Als das Wesen seine Flugshow vollendet hatte fragte Karl Krause: „Wer oder was bist du?“

Doch er hatte keine große Hoffnung, dass dieses Wesen seine Sprache verstehen würde.

„Sasappi“

„Was! Sag das noch mal“ sagte der verwunderte Mann

„Sasappi!“ antwortete das Wesen wieder.

Karl konnte es nicht fassen, dieses Wesen verstand seine Sprache.

Als er sich jedoch erkundigte, was es denn hier mache und wo es herkam, erhielt er jedesmal nur „Sasappi“ als Antwort.

Doch auf einmal erzählte es etwas anderes: „Hallo, ich heiße Sasappi, ich bin dein Wohlfühlengel, meine Aufgabe ist es alles dafür zu geben, das es dir gut geht!“

„Aber manchmal geht es mir nicht gut!“ informierte Karl den Engel.

„Ja, das liegt daran, das manchmal zu viele schlechte Dinge in deinem Leben passieren und umso mehr das passiert, umso mehr kommen schlechte Gedanken und wenn zu viele da sind kann ich sie nicht alle in gute Gedanken verwandeln. Aber manchmal verstecken sie sich, dann ist erstmal alles gut, aber dann kommen sie plötzlich hervor und machen wieder alles schlecht. Das sind dann die grundlosen schlechten Gefühle!“ sprach der Engel.

Karl Krause verstand den Wohlfühlengel gut und erkundigte sich, ob es stimme, das, wenn man es nicht zulässt oder sich ablenken lässt, die bösen Gedanken verschwinden?

Der Engel sagte, dass es bei der Bekämpfung helfen würde, aber verschwinden würden sie nicht!!!

Nachdem sie eine Weile geredet hatten sagt der Engel zu Karl:“ Von nun an werde ich dir noch mehr helfen und ich werde dir in unangemessenen Situationen Tipps geben was du tun kannst!“

So machten sie es auch und Karl Krause war nur noch selten traurig und wenn er es aber mal war, dann höchstens 2 Tage. Eigentlich aber nur ein paar Stunden und die Tipps halfen auch.

So kannte man ihn im ganzen Land als der fröhliche Karl.

                                                                Von Till Jasper Ehlers (10 Jahre) 24.02.2017

 

                                                                                                                                 

 

Hallo ihr lieben, wertvollen Hochsensible,

 

 

mein Name ist Wiebke und ich habe vor ein paar Jahren die wunderbare Entdeckung meiner Hochsensibilität gemacht. Davor habe ich mich unverstanden, unvollkommen und unter Druck gesetzt gefühlt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich sein durfte, wer ich bin, aber heute weiß ich; Ich darf.

 

 

 

Vor Kurzem bin ich 18 geworden und lerne jeden Tag dazu. Über mich, meine Grenzen, meine Träume. Durch die Hochsensibilität habe ich einige Erfahrungen gemacht, die mich näher zu mir selbst gebracht haben. Dieser Lernprozess ist, wie das Wort schon sagt, nichts, was durch ein Fingerschnipsen „erledigt“ ist, sondern ein Weg. 

 

 

Mein persönlicher Weg fordert mich regelmäßig heraus und ich wachse. Was vor einem Jahr noch Tränen, Zittern und ein großes Gedankenkarussell an Selbstzweifel hervorgerufen hat (z.B. ein Referat), hat heute nicht mehr diese Effekte. Trotzdem setze ich mich teils immer noch sehr unter Druck, was meinen Weg für mich wieder ein wenig schwieriger gestaltet. Aber wie ich schon sagte, es ist ein Lernprozess und auch die auf den ersten Blick einfach nur belastenden Teile haben ihren Sinn. So konnte ich Teile von mir besser verstehen.

 

 

 

Ist das nicht wunderbar, dass wir immer wieder Neues an uns entdecken dürfen? Wer weiß, was jeder Einzelne von euch mit seinem Potenzial einmal machen möchte. Im Umgang mit eurer Hochsensibilität, im Kennenlernen und Ausprobieren wird der Alltag immer weniger anstrengend. Habt den Mut, euch selbst zu vertrauen und für euch zu sorgen.

 

 

 

An alle hochsensiblen Kinder, Jugendliche oder überhaupt Hochsensible, die sich momentan nicht im Reinen mit sich oder alleine fühlen: Es gibt mehr Menschen auf der Welt, die gerade in diesem Moment dasselbe empfinden wie ihr oder dieses Gefühl sehr gut kennen, ich zum Beispiel bin einer dieser Menschen. Ihr seid keines Weges alleine, denn jetzt (wenn ihr auf dieses Thema gestoßen seid) wisst ihr, dass es auf dieser Welt genug Leute gibt, denen es so geht wie euch und die euch verstehen. Und lasst euch sagen: Ihr seid, genauso wie ihr seid, wundervoll und genau richtig!

 

 

 

Ich wünsche euch ganz viele Erfahrungen und wunderschöne Momente in eurem Leben mit dem Bewusstsein eurer Hochsensibilität! Habt Spaß und genießt es.

 

 

Wiebke Gesang

 

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